|
| Die Bundeswehr hat ein Katzenproblem. |
Die Vorgeschichte: 2003 befinden sich Dutzende verwilderter Katzen auf dem Gelände der mit 4200 Soldaten größten Kaserne des Heeres. Die Tierschützer behaupten, sie hätten damals auf einen Hilferuf der Kasernenleitung reagiert, Katzen eingefangen und kastriert, viele weitervermittelt. Die restlichen 30 Katzen blieben auf dem Gelände und wurden regelmäßig gefüttert. Gesamtkosten: rund 25 000 Euro.
Soldaten bedroht
Kasernenkommandant Oberst Volker Rönnike weiß nichts von einem Hilferuf, bestätigt aber, dass noch eine Anzahl Katzen auf dem Gelände sind, die nun die Gesundheit der Soldaten bedrohen. Ein Veterinär habe eine Gefahr für die Hygiene festgestellt, da sich die Tiere auch in der Nähe der Kantinen aufhalten. „Hier geht es um die Sicherheit von 4200 Soldaten“, betont Rönnike.
Seit Jahren gibt es auf dem Kasernengelände kleine Futterhäuser für die Katzen. Damit ist es nun vorbei. Nachdem Gespräche zwischen dem Kasernenkommandanten und den Tierschützern stockten, schaltete sich die Wehrbereichsverwaltung West in Düsseldorf ein. „Ich habe dann vorgeschlagen, die Futterhäuser schrittweise von den Kantinen an den Rand des Geländes zu versetzen“, sagt Vizepräsident Peter Niepenberg.
Futterhäuser nicht angenommen
„Nun sind die Futterhäuser vor dem Zaun, aber sie wurden viel zu schnell versetzt, die Katzen nehmen die neuen Stellen nicht an“, beschwert sich Susan Smith von der „aktion tier“. „Das war so nicht abgesprochen.“ Ihre Kollegin, die die Tiere fütterte, sei jetzt aufgefordert worden, ihren Kasernenausweis abzugeben. „Jetzt kann sie nur noch als Besucherin auf das Gelände, aber was soll sie da eintragen? Etwa: Ich besuche Katze Muschi?“ Die „aktion tier“ habe die Betreuung übernommen und sei darum rechtlich verpflichtet sich weiterhin um die Katzen zu kümmern. „Das können wir nun nicht mehr.“
Dutzende Mails empörter Tierschützer hat Oberst Rönnike in den letzten Tagen bekommen. Sogar die Bundeskanzlerin und der Verteidigungsminister seien angeschrieben worden. „Wenn ich angeordnet hätte, die Katzen zu erschießen, könnte ich die Aufregung ja vielleicht noch verstehen“, sagt Rönnike.
Tierheim unmöglich
Smith will nicht aufgeben. „Die Katzen sind so verwildert, dass wir sie nicht einfach in ein Tierheim bringen können, das verbietet das Tierschutzgesetz.“ Und eine Umsiedlung wäre sehr aufwendig. Jetzt erwägt die „aktion tier“ rechtliche Schritte, Tierschützer rufen im Internet dazu auf, Anzeige gegen Rönnike zu erstatten. Für die Zukunft sieht Smith schwarz: „Wenn die Bundeswehr sich nicht bewegt, hat sie bald das alte Problem: Die Katzen werden sich unkontrolliert vermehren.“ Die Arbeit von Jahren wäre für die Katz.


Häufig bilden sich auf den Straßen NRW's kilometer lange Staus. Wir helfen Ihnen, ohne große Wartezeiten über die Autobahnen zu kommen - hier gibt es die aktuelle Verkehrslage mit allen Staus in der Übersicht.