Eine defekte Heizung hat im westfälischen Hamm ein Giftgas-Unglück in einer Großfamilie angerichtet. Zwei Kinder starben, die anderen fünf Familienmitglieder kamen mit schweren Vergiftungen ins Krankenhaus. Sie werden in einer Überdruckkammer der Universitätsklinik Düsseldorf behandelt. Offenbar war schon seit Tagen geruchloses wie tödliches Kohlenmonoxid in dem Einfamilienhaus ausgeströmt und hatte die Familie nach und nach außer Gefecht gesetzt, ohne dass sie es ahnte. Der Zustand von drei Familienmitgliedern sei kritisch, erklärte eine Kliniksprecherin. Bei den anderen beiden sei er stabil.
Bewusstlos im Einfamilienhaus
Zwei der Familienmitglieder fanden die Retter am späten Mittwochabend bewusstlos in dem Einfamilienhaus. Sie konnten reanimiert werden. Die Eltern und die drei überlebenden Kinder wurden am Donnerstag mit Hubschraubern nach Düsseldorf geflogen.
Schulfreund verhindert größeres Unglück
Ein noch größeres Unglück verhinderte ein Schulfreund von einem der Jungen. Er hatte am Mittwoch gegen 22 Uhr nach seinem Freund geschaut, der schon seit drei Tagen nicht mehr in der Schule war. Dieser soll am Telefon geklagt haben, dass es ihm nicht gut gehe, erklärte die Polizei. Als der 18-Jährige in das beleuchtete Haus schaute, entdeckte er zwei leblose Körper und rief die Polizei.
Die Retter brachen sofort die Tür auf und kümmerten sich um die Familie. Mehrere Polizisten und Feuerwehrmänner kamen nach der Rettungsaktion selbst mit Kohlenmonoxidvergiftungen ins Krankenhaus. Am Donnerstagmorgen konnten aber alle wieder entlassen werden.
Vater, Mutter, zwei Jungen und eine Tochter
Zu den Verletzten gehören der 57 Jahre alte Vater und die 41-jährige Mutter sowie zwei weitere Jungen im Alter von 7 und 18 Jahren und eine 16-jährige Tochter. Bei den 18-jährigen Söhnen handle es sich um Halbbrüder. Die Eltern hatten eine sogenannte Patchworkfamilie gegründet.
Alles deutet darauf hin, dass sich das Unglück über Tage zusammenbraute. „Es kann durchaus sein, dass schon vor Tagen Kohlenmonoxid entwichen ist“, sagte Feuerwehrsprecher Lothar Robers. Wenn man das Gas einatme, komme es am Anfang zu Gleichgewichtsstörungen, dann zu Kopfschmerzen. Wenn die Konzentration zunehme, könne es zu Bewusstlosigkeit oder zum Tod führen. Weil das Gas geruchslos ist, werde es nicht bemerkt. Möglicherweise hatten die Familienmitglieder die tödliche Gefahr nicht mitbekommen. Die Retter fanden sie im Haus verteilt.


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