Seine Äußerungen hatten am Dienstag viele geschockt: Ein Bochumer Richter hatte sich in der Verhandlung um einen Kinderporno-Sammler ziemlich despektierlich gezeigt. Das Präsidium des Landgerichts und die Staatsanwaltschaft reagierten.
Die skandalösen Bemerkungen eines Bochumer Amtsrichters haben eine Welle der Empörung ausgelöst. Richter Dietmar Mölder wurde aufgefordert, eine dienstliche Äußerung abzugeben. Auch das Präsidium des Landgerichts wurde eingeschaltet.
Neue Verhandlung
Die Staatsanwaltschaft hat unmittelbar nach der Verurteilung eines 32-jährigen Kinderporno-Sammlers Berufung eingelegt. Damit muss der Fall am Landgericht noch einmal neu verhandelt werden. Laut Anklage warenauf den Filmen Mädchen und Jungen im Grundschulalter zu sehen, die von Erwachsenen vergewaltigt wurden oder sich vor der Kamera erniedrigen mussten.
Der vorbestrafte Angeklagte war zu sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden – ohne spürbare Auflagen. Die Anklägerin hatte eine Bewährungsstrafe von 15 Monaten und 120 Sozialstunden gefordert.
Richter Mölder hatte den Fall im Prozess heruntergespielt und unter anderem erklärt: "Die Herren Täter tun mir sogar ein wenig Leid.“ Außerdem wies er darauf hin, dass Schwarzfahren oder Ladendiebstahl die Bewährung nicht gefährden würden.