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| Goldgelbe Pracht: In einem milden Winter öffnen sich die Blüten des Winterjasmin noch vor Weihnachten. (Foto: Patrick Seeger) |
Das Thermometer unterschreitet nun regelmäßig den Nullpunkt. Einige letzte Rosen kann man noch bewundern, aber neue Blüten im Garten sind Raritäten. Die gelben Tupfen am Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) sind eine Ausnahme. «Das Gehölz trägt an den kahlen Trieben primelgelbe Blüten», beschreibt Prof. Jürgen M. Bouillon, der Gehölzverwendung und Vegetationstechnik an der Hochschule Osnabrück lehrt, diese Art.
Die Blütezeit des Winterjasmin liegt eigentlich zwischen Januar und März. «Dieser Zeitraum verschiebt sich schon mal», sagt Bouillon aber. «In einem milden Winter öffnen sich die Blüten vor Weihnachten und ebenso verzögert sich die Blütezeit, wenn der Winter härter ist.»
Sonderstellung innerhalb der Gattung
Nicht nur im Garten, auch innerhalb der Gattung Jasminum nimmt diese Art eine Sonderstellung ein. «Im Unterschied zu anderen Arten duften die gelben Blüten des Winterjasmins nicht», sagt Bouillon. Regelrecht berauschend dagegen sei der Duft des Arabischen Jasmins (Jasminum sambac) und des Echten Jasmins (Jasminum officinale), die beide weiße Blüten tragen, aber laut Bouillon gar nicht beziehungsweise nur bedingt winterhart sind.
«Ursprünglich stammt der Winterjasmin aus dem südlichen China», sagt Annette Höggemeier, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Botanischen Gartens der Ruhr-Universität Bochum. «In dem subtropischen Bereich kommt der Strauch ab einer Höhe von etwa 1000 Metern über dem Meerspiegel vor.» Darüber hinaus sei der Strauch auch in nördlichen und westlichen Provinzen Chinas verbreitet. Nach Europa gelangte er erst 1844. «Der Strauch ist anspruchslos», erklärt Bouillon. «In China wächst die Pflanze an Hängen und Schluchten, meist an gestörten Stellen.»
Auf Sonneneinstrahlung achten
Ein frischer Boden werde schnell von dem dickichtartig wachsenden Strauch besiedelt. «So kann man Winterjasmin ohne besondere Bodenvorbereitung pflanzen.» Aber es müsse auf die Sonneneinstrahlung geachtet werden: «Je sonniger Winterjasmin steht, desto besser blüht er», rät Bouillon. «Außerdem ist ein Platz in Hausnähe vorteilhaft, weil der Dachüberstand die Blüten im Winter vor Nässe schützt.»
Der Wuchs von Jasminum nudiflorum könne als strauchig beschrieben werden, sagt Höggemeier. «Es ist auf jeden Fall keine Kletterpflanze in dem Sinn, dass sie Kletterorgane entwickelt.» Vielmehr handele es sich um einen Spreizklimmer, der seine Triebe durch andere Gehölze hindurch schiebt. Für den Garten hat das Vorteile: «Man kann die Zweige gut an Kletterhilfen durchschieben», empfiehlt Bouillon.
Prominenter Platz
«Da die weichen Triebe sich auf den Boden legen und rasch neue Wurzeln bilden, entsteht meist ein Dickicht», sagt Bouillon. «Daher ist es ratsam, die Sträucher direkt nach der Blüte zurückzuschneiden.» Das verhindere, dass sich die Pflanze stark ausbreitet.
Beim Winterjasmin ist es - wie bei allen Winterblühern - wichtig, dass er einen prominenten Platz in der Gartengestaltung bekommt. Er sollte gut sichtbar sein. Außerdem könne man Winterjasmin gut auf Mauerkronen pflanzen, so dass die Blütentriebe herabhängen. «Für eine einfache, intensive Dachbegrünung mit einer Substratauflage von mindestens 15 Zentimetern Höhe eignet sich der Strauch ebenso wie für Tröge», rät der Pflanzenexperte außerdem.
Kein ordentlicher Teppich
«Pflanzt man den Winterjasmin als Bodendecker, muss man wissen, dass kein ordentlicher, dichter Teppich entsteht», sagt Bouillon. Er rät daher zur Kombination mit anderen Bodendeckern wie dem kleinen Immergrün (Vinca minor) oder dem Tatarischen Hartriegel (Cornus alba 'Sibirica'), dessen Zweige in den Wintermonaten in kräftigem Rot leuchten. So entstehe ein herrliches Farbspiel mit den gelben Blüten.
Der Winter zeigt sich blütenreicher, als mancher denkt. So blüht im Dezember und Januar einiges, was auch im Hausgarten Platz finden kann: «Eine besondere Attraktion ist beispielsweise die Winterblüte (Chimonanthus praecox) mit duftenden Blüten», sagt Annette Höggemeier, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Botanischen Garten der Ruhr-Universität Bochum. «Neben Zaubernuss (Hamamelis) und den im Winter blühenden Schneeball-Arten (Viburnum farreri und Viburnum x bodnantense) entdeckt man bei uns in Osnabrück eine Besonderheit, nämlich die Winterheckenkirsche (Lonicera x purpusii)», verrät Prof. Jürgen M. Bouillon von der Hochschule Osnabrück. Der wintergrüne Strauch schmückt sich mit frisch nach Zitrone duftenden, cremefarbenen Blüten, während die meisten anderen Gehölze im Winterschlaf ruhen.







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